August 2022  Griechenland - Türkei - Georgien

Juli 2022 Griechenland

 

Die Peleponnes 

 

Das wir uns einmal über vier Monate auf der Halbinsel des griechischen Festlandes aufhalten würden, hätten wir im Leben nicht gedacht. Dieses wunderschöne Fleckchen Erde hat uns restlos begeistert. 

Ich nehme es gleich vorweg, es ist nicht möglich im Detail zu berichten, was für Abenteuer und Eindrücke wir in dieser Zeit mitgenommen haben. 

Dennoch braucht es einen Überblick für alle Interessierten Leser und Leserrinnen und ich werde mein Möglichstes versuchen um kurzweilig und informativ zu berichten. 

Zunächst möchte ich die historisch wichtigen Orte erwähnen die wir alle bis auf das große Theater in Epidauros  besucht haben. 

Am beeindruckendsten war für mich persönlich der Besuch der Ausgrabungsstätte Olympia. 

Aber auch Korinth, Akrokorinth, Sparta und Mykene haben Bilder und Eindrücke hinterlassen die sich nicht mehr aus dem Gedächtnis löschen lassen. 

Solltet Ihr einmal die Gelegenheit wie wir bekommen und die Peleponnes zu bereisen, dann möchten wir Euch die drei Finger einschließlich des Daumens sehr ans Herz legen. Ein Blick aus der Vogelperspektive zeigt deutlich die Form einer Hand, weshalb man auch vom 1. 2. und 3. Finger spricht. 

Welcher Finger ist der schönste? Hört man oft Reisende untereinander fachsimpeln und sicher sind die Geschmäcker hier, wie überall sehr verschieden. 

Uns gefiel jedenfalls der 3. Finger der den Namen „Mani“ trägt am besten. 

Insgesamt kann man aber sagen, dass die abwechslungsreiche Landschaft, die unzähligen Strände und traumhafte Buchten, die Halbinsel besonders attraktiv machen. 

Wir tauchten von Ende März bis Anfang Juli in das griechische Leben ein , lernten Land und Leute kennen, genossen die griechische Küche und die nicht überfüllten Strände. 

Obwohl das freie Stehen in Griechenland nicht erlaubt ist, hatten wir in den ganzen Monaten einen Campingplatzaufenthalt. 

Beachtet man einige Regeln, respektiert die Tatsache, dass wir Gäste sind dann lässt sich auch das freie Stehen am Strand arrangieren. 

Es ist fast überall erlaubt in Strandnähe zu parken und wenn man sich nicht in die erste Reihe vordrängt, gibt es in der Regel auch keine Schwierigkeiten. 

Wir hatten auf jeden Fall traumhafte Übernachtungsplätze auch direkt am Strand. 

Ein weiteres Plus der Peleponnes ist die abwechslungsreiche Natur, die sowohl für Wasserratten als auch für Bergziegen keine Wünsche offenlässt. 

Oft kamen wir auf unsere Reise aus dem Staunen nicht heraus, was sich da vor unseren Augen für traumhafte Landschaften zeigten. Auf riesige Bettenburgen und große Hotelanlagen kann man währen der Fahrt entlang der Küste übrigens lange warten, was der Halbinsel einen ganz besonderen Charakter verleiht. 

In den Bergen sind die Temperaturen selbst im Juli sehr angenehm und eine längere Wanderung ist problemlos zu bewältigen. Unten an der Küste hingegen sind die Temperaturen schon sehr Mediterran und der angenehmste Aufenthalt ist definitiv, zumindest Tagsüber in Strandnähe. 

Die Abende sind dementsprechend warm, was sich natürlich auch auf das Schlafverhalten auswirkt. Wir sind mehr und mehr dazu übergegangen uns dem Rhythmus der Einheimischen anzupassen und die Kühle des Morgens zu nutzen um unsere Aktivitäten umzusetzen. 

Unser Weg geht nun weiter in das Landesinnere, wo eine große Herausforderung auf uns wartet. Wir möchten auf den Gipfel des Olymps. 

„Was ist Reisen? Ein Ortswechsel? Keineswegs! Beim Reisen wechselt man seine Meinung und auch seine Vorurteile.“ ( Anatole France) 

Dankbarkeit

Dass wir

- und unsere Lieben gesund sind
- gemeinsam Reisen dürfen
- selbstständig, eigenverantwortlich denkende Kinder haben
-  einen lieben tollen Hund bekommen haben
- immer eine Wasserstelle finden
- unser Womo nie eine Panne hatte
- täglich Gutes zum Essen und Trinken haben
- unbeschadet unsere Wanderungen machen können
- bei herrlichem Wetter ins Meer springen dürfen
- noch nie ausgeraubt oder bedroht worden sind
- uns so toll ergänzen
- entspannt sind
- immer genügend Geld in der Tasche haben
- fast immer Internet zur Verfügung haben und somit eine Verbindung in die Heimat möglich ist
- tolle Übernachtungsplätze finden konnten
- tolle Menschen getroffen haben
- viel über uns selbst gelernt haben
- gut schlafen können
- Menschen haben die Zuhause nach dem Rechten schauen und unsere Post verwalten
- auf unserer Reise sehr viel Glück hatten
- so unglaublich viel Orte kennenlernen durften
- von Anna schon zwei Mal besucht wurden 

Juni 2022 Griechenland

Mai 2022 Griechenland

Olympia


Ohne Anna setzten wir unsere Reise in Richtung der antiken Stadt Olympia fort. Am besten ist ja immer wenn man wenig erwartet, so kann man jedenfalls nicht enttäuscht werden und so  betraten wir zunächst unbedarft den heiligen Olympischen Boden. 
Ich nehme die Spannung in diesem Fall vorweg. Wir waren restlos beeindruckt und wir würden sagen, dass Olympia das Beeindruckendste ist was wir bislang in Griechenland gesehen haben. 
700 Jahre vor Christi Geburt wurden an diesem Ort die ersten Olympischen Spiel abgehalten, jedoch fand man in den Ausgrabungen beweise, dass hier schon vor fast 5000 Jahren Menschen gelebt haben. 
Viele Götter wurden auf den Hügeln verehrt, bevor der Höhepunkt die Errichtung des Tempels zu Ehren des mächtigen Gottes Zeus vollendet wurde. Zeus ist in der griechischen Mythologie der oberste, olympische Gott und der Herrscher des Himmels. 
Zahlreiche Opfergaben in Form kleiner Ton oder Bronzefiguren wurden bei den Ausgrabungen gefunden. Die Hauptopfergaben anlässlich der Spiele waren allerdings Rinder, von denen die Beine verbrannt wurden. Der Ascheberg muss Meterhoch gewesen sein, so kann man das auf Abbildungen heute noch erkennen. Das Fleisch der Rinder diente unter anderem der Versorgung der Athleten 
Wie heute, fanden die Spiele der Antike alle vier Jahre statt und es ist erstaunlich, dass dieses Ereignis ununterbrochen auch noch, nachdem sie durch den römischen Kaiser Theodosius im Jahre 394 n. Chr. als heidnische Zeremonie verboten wurde. 
Zahlreiche Zeugnisse belegten jedoch, dass die Olympischen Spiele noch weitere 200 Jahre heimlich in Olympia ausgetragen wurden. 
Im 6. Jahrhundert beendete endgültig entweder ein Erdbeben, oder nach neueren Untersuchungen ein Tsunami den Olympischen Glanz. Olympia versank unter einer meterhohen Schlammschicht und wurde erst 1766 wieder entdeckt. 1874 begann man mit den ersten Ausgrabungen die bis heut nicht abgeschlossen sind. So ist die Arena in denen die Wagenrennen stattfanden noch immer unter der Erde verborgen. 
Die Fundstücke die bei den Grabungen gefunden wurden, sind zum Teil noch vollständig erhalten oder wurden rekonstruiert so dass wir beim Betreten des Museums in die faszinierende Welt der Antike eintauchen konnten. Magisch von dem Ort angezogen verbrachten wir gleich zweit Tage in dieser beeindruckenden Welt. 
Immer wieder wurde uns bewusst, dass die Ausstellungsgegenstände zum Teil über 2500 Jahre alt sind und wir  aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen. 
Die Wettkämpfe der damaligen Zeit unterschieden sich schon sehr stark von den heuteigen Disziplinen. Der Speer und Diskuswurf sowie das Laufen und Ringen haben es bis in die Neuzeit geschafft. Allerdings mit weit humanerem Charakter als das zur Zeit der Spiele damals war. 
Für uns kaum vorstellbare Wettkämpfe, bei denen die Athleten oft zu Tode kamen waren an der Tagesordnung. Ausgeschlagene Zähne oder gebrochene Fingerknochen waren durchaus erwünscht. Es gab auch nur einen Sieger pro Disziplin, wobei der Verlierer in Schande nach Hause zurückkehren musste. 
Nackt ohne einen Schluck Wasser, kämpften die Athleten in sengender Hitze über mehrere Stunden. Wir fragten uns, ob diese Menschen insgesamt fitter oder gesünder waren? Wir werden es wohl nie erfahren. Sicher ist, dass die Wettkämpfe zu Ehren des großen Herrschers Zeus ausgetragen wurden, dessen 13 Meter hohe Statue sich im Inneren des Tempels befand. Interessant ist, dass die Statue bis heute nicht gefunden wurde. 
1896 wurden die ersten olympischen Spiele der Neuzeit erstmalig wieder in Athen  ausgetragen, seither wird das Olympische Feuer in Olympia entzündet und ursprünglich zu Fuß (mittlerweile aber auch mit anderen Verkehrsmitteln) an den Austragungsort der aktuell stattfindenden Spiele gebracht. 


April 2022  Griechenland

Griechenland

Mitte März verließen wir Albanien und sind seither in Griechenland unterwegs. Es ist jetzt Anfang Mai und die Sonne hat schon eine Menge Power im Sonnenangebot. Während ich das schreibe sitze ich am Meer auf den Peleponnes in der Nähe von Zacharo auf einem ehemaligen Campingplatz der es uns irgendwie angetan hat. Schließlich sind wir zum dritten Mal hier und genießen die herrliche Gegend. Mit dem Fahrrad lassen sich alle Besorgungen problemlos erledigen und zudem gibt es Wasser ganz in der Nähe. 
Mittlerweile haben wir einen Lieblingsmetzger und Fischhändler ausfindig gemacht und wenn am Dienstag Wochenmarkt in Zacharo ist, versorgen wir uns mit super frischem Gemüse, Obst und Salat.


Nun aber nochmal zurück zur Einreise nach Griechenland. Im Gegensatz zu dem C- freien Albanien erlebten wir zum ersten Mal wieder die harte Hand Europas. An die strengen Kontrollen, die beispielsweise auch in Museen und Ausgrabungsstätten herrschten mussten wir uns erst mal gewöhnen.

Seit ersten Mai hat nun auch Griechenland die Maßnahmen gelockert und wir benötigen lediglich in den Geschäften noch diesen, für uns lästigen Gegenstand im Gesicht.

In der ersten Woche besuchte uns meine Tochter Anna. Vier Monate waren seit unserem Abschied in Montenegro vergangen und die Ankunft von Ihr auf dem Flughafen in Athen war für mich einfach unbeschreiblich schön. Kinder, auch wenn sie schon groß sind, bleiben im Herzen immer Kinder. Wie schön, dass diese Begegnungen möglich sind.

Für Anna war die Woche in Griechenland ein Untermauern ihres zuletzt erworbenen Wissens in Altgriechisch und wir profitierten davon. Die geschichtlichen Hintergründe beim Besuchen der Ausgrabungsstätten zu kennen erweiterte unseren Horizont.

Erster Anlauf war die Biblische Stadt Korinth. Kaum vorstellbar, dass vor über 2000 Jahren in den Straßen, Plätzen und Tempeln Menschen gelebt haben und den größten Umbruch in der antiken Welt erlebten. Als  Apostel Paulus  in die Stadt kam und den Korinthern erzählte, dass es die vielen Götter, die seither von den Menschen verehrt worden waren, nicht mehr geben sollte und stattdessen nur noch ein Gott für alles zuständig sei hätte ich gern Mäuschen gespielt.

Was mag sich der gute Mann alles angehört haben. Aber wie sage ich immer: “Jeder ist so lange ein Spinner, bis er Recht hat!“

Und wie wir wissen, er sollte Recht behalten, der Götterkult die Tempel und die Opfergaben sind nun nur noch in den Museen zu bestaunen.  Was bei Ausgrabungen gefunden wurde lässt erahnen welchen Glanz und Reichtum das Antike Griechenland damals hatte und es nicht verwunderlich ist, dass die gierigen Römer sich bald in die Hoheitsgebiete Griechenlands wagten.

Nächste Ziel war die nochmal ca. 1500 Jahre ältere Festung Mykene. Die Stadt, die zwischen 1600 und 1100 vor Chr. Ihren Höhepunkt hatte, viel so vermutet man einem Erdbeben zum Opfer. Die ältesten Fundstücke wurden sogar auf 3500 v.Chr. datiert. Ich bekomme immer ein besonders ehrwürdiges Gefühl, wenn ich mir die Zeit bewusst mache.

In Mykene wurden verschiedene Steingräber mit unzähligen Grabbeigaben entdeckt. Die Größe Entdeckung war sicherlich die „Goldmaske des Agamemnon“ ob es sich allerdings wirklich um die Totenmaske des Herrschers handelt bleibt bis heute umstritten. Heinrich Schliemann, der berühmte deutsche Archäologe war jedenfalls bis zu seinem Tod davon überzeugt. 

Was wäre eine Griechenlandreise ohne den Besuch der Akropolis in der Hauptstadt Athen.

Seit 1987 zählt der berühmteste Berg Griechenlands zum UNESCO Welterbe und das völlig zu Recht.

Die Akropolis von denen es in Griechenland einige gibt, bezeichnet eigentlich den 156 Meter hohen Felsen der der Göttin Athene geweiht wurde. Das Parthenon, der Tempel den vermutlich jeder als die Akropolis bezeichnet ist also in Wirklichkeit ein gewaltiger Tempel, in dem ca. 400 Jahre vor Chr. Opferhandlungen zu ehren der Göttin Athene stattfanden.

Das Erechtheion ist der zweitgrößte Tempel der Anlage den wir bestaunen konnten, sowie   der kleinste Tempel der, der Göttin Nike gewidmet wurde.

Weitere Bauten kamen in Römischer Zeit hinzu. Im 6. Jahrhundert wurde der  Parthenon in eine Christliche Marienkirche umgebaut und 1670 wurde der einstige Tempel sogar in eine Mosche verwandelt. Zahlreiche Katastrophen suchten den Tempelberg immer wieder heim und so wurde zum Beispiel 1687  die Akropolis durch die Venezianer belagert und da sie sich der Bedeutung der Antike nicht bewusst waren, große Teile der Anlage zerstört.

Mit erreichen der Unabhängigkeit Griechenlands wurde der Tempelberg endlich zu einer  archäologischen Städte erklärt und konnte so vor noch weitern Schäden bewahrt werden.


"Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen"  (Albert Einstein)

März 2022  Albanien / Griechenland

Albanien-Camp bei Vlora

Vlora ist eine Hafenstadt im Süden Albaniens. Mit Ihren 100.000 Einwohnern zählt sie zu den drittgrößten Städten des Landes. Etwa zwei km von der Stadt entfernt, trafen wir uns. 

Zufällig?

Ja und nein! In jedem Land gibt es mittlerweile Camper-Gruppen die sich über soziale Netzwerke austauschen können. So können Erfahrungen geteilt und nützliche Informationen an die Reisenden weitergegeben werden.

Manu und Mathias mit ihren beiden Kindern lernten wir zunächst über die Auswanderer-Gruppe Albanien auf Telegram kennen. Es dauerte ein Weilchen, bis sich schließlich unsere Wege in einem kleinen Kiefernwäldchen nahe Vlora kreuzten.

Außerdem standen Petra und Josef sowie Tim ebenfalls mit Ihren Campern in sichtnähe und ruck zuck entwickelten sich unter uns Reisenden interessante Gespräche und spannende Geschichten.

Wir blieben drei Nächte und versprachen uns, den Kontakt zu halten. Wir beide fuhren vier Wochen durch das wunderschöne Land Albanien. Exakt 4 Wochen später trafen wir uns an genau derselben Stelle wieder. Es war fast wie ein Heimkommen und die Freude stand jedem ins Gesicht geschrieben. Mittlerweile kam Lydia mit Ihrem Hund „Benja“ sowie etwas später Guido und Sabine mit ihrem Vierbeiner „Odo“ zu der Gruppe dazu.

Die gemeinsamen Abende am Lagerfeuer, in Manus und Mathias Wohnwagen, im gemütlichen Rundhauber von Sabine und Guido sowie das Essen gehen in Vlora werden in unseren Erinnerungen ein ganz besonderer Platz einnehmen.

Ein außergewöhnliches Erlebnis war für uns das Interview, welches wir mit einem albanischen TV- Team hatten, die plötzlich an unsere Womo-Türe klopften.

Das wir einmal über das Albanische Fernsehen in die Haushalte des Landes gesendet werden würden, hätten wir uns niemals denken können.

Dieses Mal verbrachten wir mit diesen wundervollen Menschen eine ganze Woche bevor wir uns erneut voneinander verabschiedeten. 

 

„Loslassen, wo wir festhalten möchten. Weitergehen, wo wir stehen bleiben möchten.

Das sind die schwierigsten Aufgaben die uns das Leben manchmal stellt.“ 

 

 

Unser ganz normaler Womo-Alltag 

Gibt es eigentlich einen Alltag, wenn man wie wir auf Reisen ist? 

Ich denke ja den gib es, allerdings mit einem „normalen Leben“ nicht vergleichbar! 

Natürlich ist so ein Leben in und mit der Natur, stark auch vom Wetter abhängig. 

Betrachten wir einmal das Ende eines Womo Tages: In den Wintermonaten, wenn Sie hier in Montenegro und Albanien auch deutlich milder sind als in Deutschland, sind wir zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr meist an einem Übernachtungsplatz angekommen. Gefällt uns ein Ort besonders gut, haben vielleicht noch Menschen getroffen mit denen wir gerne zusammen sind, dann hängen wir einfach noch eine Nacht dran bevor wir wieder weiterziehen.                     Die Abende in unserem Haus auf vier Räder genießen wir besonders. Die Heizung bringt zuverlässige Wärme und angenehme Raumtemperaturen und unser Zuhause verwandelt sich in eine kleine Wohlfühloase. Wenn die Dunkelheit hereinbricht, verdunkeln wir zusätzlich mit Thermorollos und zusammen mit dem warmen Lichtkonzept kommen wir aus dem Wohlfühlmodus gar nicht mehr heraus. 

Martin setzt sich, während ich in die Küche verschwinde, gerne an den PC um die Bilder zu bearbeiten die wir am Tag mit der Kamera, der Drohne oder der Go-pro eingefangen haben. 

Kochen ist meine Leidenschaft und da wir beide gerne gut Essen und genießen, läuft im Hintergrund des Öfteren stimmungsvolle Musik dazu, mit einem guten Tröpfchen ist der Abend vollkommen. 

Naja, fast! Eine Spülmaschine gibt es bei uns nicht und so bleibt der Abwasch sozusagen als Nachtisch an uns hängen. 

Gerne telefonieren wir auch in den Abendstunden noch mit unseren Liebsten zuhause, um den Kontakt zu halten und auf dem Laufendem zu bleiben. Manchmal schauen wir uns auch einen Spielfilm oder Reiseberichte an. In unserer gemütlichen Koje wie ich unsere Schlafstätte gerne nenne, tauchen wir schnell in das Land der Träume ein. 

Der Start in den Tag ist deutlich unregelmäßiger als der Abend. 

Je nachdem wo wir stehen, beziehungsweise was wir vor haben sind wir morgens schon sehr geschäftig. Unser Hund schmeißt uns zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr aus den Federn und zeigt mit einen freundlichen Guten Morgen, schwanzwedelnd, dass er nach draußen möchte. Ist heute kein Fahrtag kümmere ich mich gerne um das Saubermachen im Inneren des Fahrzeugs. Martin ist für die Strom und Wasserversorgung sowie das Leeren der Toilettencassette verantwortlich. 

Die Stromversorgung funktioniert über 3 Solarmodule deren Strom in die Lithium-Ionen-Batterie eingespeist und gespeichert wird. Während des Fahrens produziert die Lichtmaschine zusätzlich Strom so dass wir in der Regel gut versorgt sind. 

Die zweite sehr wichtige Energiequelle ist unsere Gastankanlage die wir zusätzlich einbauen ließen. Mit dem Gas wird die Heizung sowie der Herd betrieben. Unser Kühlschrank mit Gefrierfach wird entweder mit Gas, Batterie oder Landstrom betrieben. 

Der 120 l Frischwassertank ermöglicht es uns zu duschen, die Wäsche zu waschen sowie zu kochen. Um das zu gewährleisten müssen wir uns alle paar Tage aufmachen um das Wohnmobil mit allem Nötigen neu zu versorgen. Diese Tatsache bestimmt ebenfalls einen Teil unseres Alltagslebens. Meist verbinden wir die Ver- und Entsorgung mit einem Einkauf, so dass wir wieder für einige Tage an den schönsten Plätzen autark verweilen können. 

Das Auffüllen von Frischwasser erfolgt hierbei an ganz unterschiedlichen Orten. Viele Länder in Europa haben an den gängigen Reiserouten schon Versorgungsstationen für Wohnmobile eingerichtet. In manchen Ländern ist das kostenlos in manchen nicht. Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass in ärmeren Ländern es überall Frischwasser umsonst an Quellen oder Pumpen gibt. In den reicheren Ländern wird oft über einen Münzautomaten das Frischwasser zur Verfügung gestellt. Bislang hatten wir nie Probleme an Wasser zu kommen. Auch mit verkeimtem, verschmutztem Wasser hatten wir bislang Glück. Sollten wir uns einmal unsicher sein haben wir uns CDL 3% besorgt welches wir dann zusätzlich in den Wassertank geben. Außerdem haben wir noch zwei zusätzlichen mobilen Wasserfilter an Bord, die bislang aber nur einmal zum Einsatz kamen. 

Sobald es das Wetter zulässt, sind Tisch und Stühle aus der Heckgarage geholt und das Leben findet draußen statt. Am Meer oder in den Bergen ist ein Frühstück unter freiem Himmel ein super Start in das nächste Abenteuer. Manchmal haben wir, da wir sehr spät die erste Mahlzeit einnehmen schon eine kleine Wanderung gemacht und freuen uns auf die Stärkung die wir gut gekühlt aus unserem Womo-Kühlschrank bekommen. 

Oft besprechen wir bei dieser Gelegenheit wie die nächsten Aktivitäten aussehen könnten oder unterhalten uns über das was uns gerade beschäftigt. 

Das können aktuelle Tagesereignisse oder auch Texte aus Büchern oder aus dem Internet sein. Wir haben immer was zum Quatschen oder zum überlegen und bislang sind uns die Themen noch nie ausgegangen. 

Unser Leben findet also auf 14m² statt und mehr brauchen wir auch nicht um uns wohlzufühlen. Natürlich ist der ständig wechselnde riesige Außenbereich nicht zu verachten um sich rundum wohlzufühlen. 

„Mit dem Lieblingsmenschen zu verreisen, ist vermutlich eine der schönsten Erfahrungen die man im Leben machen kann.“ 

Oma so lieb!!!

An alle Omas dieser Welt! Vielen Dank, dass es euch gibt, oder wie in meinem Fall gegeben hat. Viele schöne Erinnerungen und kulinarische Köstlichkeiten sind mir bei dem Gedanken an meine Oma geblieben.

Und so manche der Leckereien landen noch heute in unseren Familien auf den Tellern.

Eines meiner Lieblingsspeisen sind die legendären Hefeknödel, die es bei uns traditionell am Heiligen Abend meist zu Meerrettich und Siedfleisch gibt. 

Bei uns gab es die ersten Knödel in Albanien zu einem saftigen Rinds-Gulasch. Das große Plus der herrlichen Mehlspeise liegt hierbei ganz klar auf der Hand, beziehungsweise im Gaumen.

Ähnlich wie ein Schwamm, saugen die Knödel die Soße auf und der Geschmack passt hervorragend vor allem zu Fleischgerichten. Ein absoluter höchst Genuss den ich hier gerne   mit Euch teile.

 Oma sei Dank!

 

Zutaten:

500 g Mehl 

Ein Würfel Hefe oder ein Päckchen Trockenhefe

1 Ei

1 Teelöffel Salz 

1 Prise Zucker 

Wasser 

Zubereitung:

500 g Mehl in eine Schüssel geben, und mit Hilfe der Hefe etwas Wasser Salz und der Prise Zucker einen Vorteig erstellen. Nach dem er an einem warmen Ort gegangen ist, kommt das Ei und so viel Wasser dazu, dass der Teig sich nach dem er gut durchgearbeitet wurde sich von der Schüssel löst.

An einem warmen Plätzchen sollte sich der Teig jetzt fast verdoppeln. Das kann bis zu 30 Minuten dauern. Noch einmal kurz durchkneten und den Teig in zwei Hälften auf einer bemehlten Arbeitsfläche ein weiteres Mal unter einem Geschirrtuch ruhen lassen.

In der Zwischenzeit einen großen Topf mit Wasser und einem Teelöffel Salz aufkochen. Erst wenn das Wasser sprudelt, kommt eine der Knödelhälften in das Wasser und wird sogleich mit dem passenden Topfdeckel abgedeckt. Ohne den Deckel zu heben (ganz wichtig) wird der Knödel nun ca. 20 min. gekocht.

Anschließend wird der Knödel mit einer Schaumkelle aus dem Wasser geholt und am besten mit einem Zwirn in Scheiben geschnitten. Der Vorteil dieser Schneidetechnik ist, dass die Poren des Knödels nicht verkleben. Auf einer Servierplatte angerichtet greifen Alle in unserer Familie sofort beherzt zu. 

 

Mehlspeisen waren im Krieg und auch noch danach ein arme Leute Essen. Mit wenig Zutaten 

konnten viele Mäuler gestopft werden. 

Die angegebene Menge reicht für ca. 4-6 Personen. 

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit!

Februar 2022 Albanien

In die Falle getappt im Osum Canyon 

Viele Wege führen nach Rom bzw. in den Osum Canyon, aber nicht alle Wege konnten wir aufgrund der Straßenverhältnisse über die Berge fahren. Zwei Anläufe blieben daher für uns erfolglos und wir mussten umkehren.
Beim dritten Anlauf hat es dann endlich geklappt über eine dieses Mal gut ausgebaute Straße erreichten wir schließlich den Anfang des Canyon. Das beeindruckende Werk, welches die Natur vor vermutlich 2-3 Millionen Jahren geschaffen hat, ist 13 Km lang und bis zu 80 Meter tief. In den Sommermonaten, wenn der Wasserstand sehr niedrig ist, besteht die Möglichkeit den Canyon ein Stück zu Fuß zu durchwandern. Uns blieb im Februar der Blick von Oben der von mehreren Aussichtsplattformen gut einsehbar ist.
Am darauffolgenden Tag nahmen wir uns vor, einen Wasserfall der in einem Seitenarm des Canyons liegt zu besuchen.
Auf unserem 20. Min Fußmarsch begleitete uns ein 12-jähriger Junge der sich anbot uns den Weg zu zeigen.
Wir passierten mehrmals den kleinen Fluss über abenteuerlichste Brückenkonstruktionen die den Namen Sicherheit mit Sicherheit noch nie gehört haben.
Schwurbi unser Vierbeiner liebt solche Strecken, wobei man den Eindruck hat sie befindet sich in einem riesigen Abenteuerspielplatz. Ihre Energie scheint grenzenlos zu sein und so springt sie auch des Öfteren vom Weg ab ins Gelände und die Berghänge hinauf.
Plötzlich hörten wir einen lauten Schrei und ein jämmerlich klingendes fiepen und jaulen.
Uns stockte der Atem. Alles rufen brachte uns unsere Schwurbi nicht zurück.
Als erstes setzet sich unser kleiner Freund in Bewegung und suchte den Hang nach ihr ab. Dann kletterte Martin hinauf und fand schließlich den Hund in einer Tierfalle gefangen.
Zum Glück konnten die beiden Retter Schwurbi unbeschadet aus der Schlinge, die sich um Ihren Bauch legte befreien.
Nach dieser Aktion setzten wir unseren Weg erleichtert, dass nichts Schlimmes passiert ist fort, bis wir schließlich den Wasserfall erreichten.
Freiheit hat eben manchmal auch seinen Preis.
„Wenn du denkst Abenteuer sind gefährlich, versuche es mal mit Routine, die ist tödlich.“
( Paulo Coelho)


Die Falle

Die Quellen von Beja bei Permet

 

Gespannt fuhren wir weiter in das Landesinnere um uns die heißen Quellen von Beja anzuschauen. Ein leichter Schwefelgeruch lag bei unserer Ankunft in der Luft, als wir uns auf dem Parkgelände eine schöne Stelle zum Übernachten suchten. Unser Blick viel zunächst auf die beeindruckende osmanische Steinbogenbrücke die in der Landessprache „Ura a Kaduit“ genannt wird und aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die Brücke bietet den Zugang zu der größten der sechs heißen Quellen. 

Das Natursteinbecken gleicht einer riesigen Badewanne, bei der unentwegt Wasser über den Beckenrand läuft. Der Boden und die Wände sind allerdings zum Teil mit Pflanzen und Algen bedeckt was das Einsteigen zu einer kleineren Rutschpartie werden lässt. Nicht selten beobachtet man wie ein Besucher noch in voller Montur, unfreiwillig in das warme Nass eintaucht. 

Das Wasser hat eine Temperatur von durchschnittlich 22-28°C und das Vergnügen im Winter draußen baden zu können, mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Albanischen Berge ist mal wieder einer der besonderen Momente unserer Reise. 

0hne einen Lek (so die Bezeichnung der albanischen Währung) hatten wir zwei super schöne Wellnesstage im Thermal und Heilbad, denn das Wasser enthält neben Schwefel auch noch Sulfat, Natriumchlorid, und Calcium. Es soll unter anderen bei rheumatischen Beschwerden sowie bei Beschwerden des Verdauungstraktes heilende Wirkung haben. 

„Genieße dein Leben ständig, denn du bist länger tod als lebendig.“ 

Gjirokastra 

Die Stadt Gjirokastra wurde 2005 zum UNESCO Welterbe ernannt, was zum größten Teil der Burganlage hoch über der Stadt und der besonderen Bauart der Wohnhäuser der Altstadt geschuldet ist.
Ich finde allerdings die Geschichte der Stadt Gjirokastra viel spannender und interessanter. Diese Stadt hat eine sehr spannende Vergangenheit.
Schon in der frühen Antike ca. 300 Jahre v. Chr. also ungefähr zur selben Zeit wie Antegoanea entstanden ist, siedelten sich erste Menschen rund um den Burgfelsen an.
Die nächsten belegbaren Zeichen finden sich im Mittelalter. Zunächst besiedelten die Byzantiner gefolgt von den Osmanen die Stadt. Auffallend war zu der Zeit, dass sich größtenteils christlich geprägte Menschen in der Stadt befanden was zu Spannungen und kleineren Revolten führte.
Als 1811 Ali Pascha (seine Spuren finden man überall in Albanien) die Stadt eroberte kehrte zunächst erst einmal Ruhe ein. Leider wurde Ali Pascha Opfer eines Mordanschlages und somit war die kurzzeitig entspannte Lage der Stadt schnell wieder vorbei.
Die nahegelegene Grenze zu Griechenland lockte darauf hin viele Griechen in die Region die  Gjirokastra besetzten, bis sie 1925 schließlich alle territorialen Ansprüche an Albanien zurückgaben.
Als wäre es nicht genug, bezogen 1939 die Italiener nach ihrer Invasion in Gjirokastra Quartier, um 1940 einen Krieg gegen die Griechen zu starten, was jedoch mit einer Niederlage der Italiener endete. Somit war abermals die Stadt in griechischer Hand.
Als im April 1941 die deutsche Wehrmacht den Balkanfeldzug startete und Griechenland besetzte, wendete sich das Blatt für die Bevölkerung Gjirokastras erneut. So übernahmen wieder die Italiener die Stadt und blieben, bis 1943 die deutsche Wehrmacht Gjirokastra besetzte.
Im Verlauf des zweiten Weltkrieges wurde die Stadt vermehrt aus der Luft angegriffen, was zahlreiche Opfer zur Folge hatte.
Ein Flugzeug der US-Armee kann heute noch auf der Burg besichtigte werden. Wie dieses Flugzeug dorthin kam, ist allerdings bis heute umstritten.
Auf einer Informationstafel ist von drei unterschiedlichsten Storys der Presse zu lesen. Wie so oft schreibt der Sieger die Geschichte und uns wurde erneut bewusst wieviel Macht der Journalismus auf das Weltgeschehen hat. Wie so oft geht es auch heute noch um Macht und Geld und die erhoffte objektive Berichterstattung bleibt leider meist auf der Strecke.
Nach der Machtergreifung der Kommunisten rief der Anführer Enver Hoxha die sozialistische Volkswirtschaft Albaniens aus.
1990 begann vorerst der letzte große Wechsel des Landes und somit auch der Stadt Gjirokastras, nachdem das kommunistische Regime zusammenbrach.
Jedes Land hat aufgrund seiner Geschichte Themen die sich wiederholen bis man die Zusammenhänge erkennt, akzeptiert und bereit ist neue Wege zu gehen. Albanien hat sicher das Thema Entwurzelung und Stabilität zur Aufgabe, sowie zum Beispiel Deutschland sich den großen Themen der Schuld und Angst widmen sollte.
Wieder einmal erfuhren wir auf unserer Reise spannende Geschichten, die unseren Horizont erweiterten und uns zum Nachdenken anregten.
 
Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, „wo kämen wir hin“, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.
         
                                                                                                                          -Kurt Marti- 

 

Antegonea

Antegonea ist eine Ausgrabungsstätte in den südlich gelegenen Bergen Albaniens und etwa 6 Km Luftlinie von dem Ort Gjirokastra entfernt. 

Mich begeistern solche Orte wie Antegonea (ca. 300 Jahre v. Chr.) immer wieder aufs Neue. Ich rieche förmlich den Duft der damaligen Zeit, höre wie der Schmied das Eisen schmiedet und sehe vor meinem imaginären Auge wie die Menschen über den Marktplatz laufen um dort ihre täglichen Besorgungen zu machen. Was für prächtige Häuser es damals gab, kann man an den Innenhöfen die durch vier Säulen markiert wurden noch gut erkennen und mit ein bisschen Phantasie hört man das Kinderlachen und schwatzen der Frauen und Männer die den Hauseigentümern einen Besuch abstatteten. 

Leider hielt der Glanz der Stadt Ategonea, die den Namen der Geliebten des Königs Pyrrhos trug nicht lange an. Ca. 150 Jahre nach der Errichtung der Stadt übernahmen die Römer das Ruder und brannten die Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Antegonea wurde nie wieder aufgebaut. 

 

Blue Eye 

Nachdem wir die Ausgrabungsstätte Butrint (Bericht steht bei Begegnungen Alex und Buddy) ganz im Süden Albaniens angeschaut hatten, führte uns unser Weg in das Landesinnere zum Blue Eye. 

Niemand kann bislang genau sagen, wie tief das Blue Eye in Albanien ist, aber 50 m an der tiefsten Stelle sind es auf jeden Fall. Es ist ein besonderer Ort den wir nach einem ca. halbstündigen Fußmarsch erreichten. 

Syri i Kalter wie es in der Landessprache heißt, ist eine Quelle der Inspiration uns so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich in den Sommermonaten dort Zahlreiche Touristen tummeln. 

Bei unserem Besuch Anfang Februar war außer uns, noch ein junges Pärchen vor Ort. Der Junge Mann, der wie sich schnell herausstellte ein Medizinstudent aus Würzburg war, ließ es sich nicht nehmen in die Wasserreichste Quelle Albaniens zu springen. 

Wir tauschten uns, nach seinem Bad über die Aktuelle Lage bezüglich Corona und Reisen kurz aus und kamen schnell auf denselben Nenner. Hilfreich, war zudem die Informationen aus der Türkei, da er derzeit ein Auslandsemester in Antalya absolviert. 

Den besten Blick auf das blaue Auge hat man von einer Aussichtsplattform, wobei ich sagen kann, dass das Farbenspiel bei Sonnenschein grandios und einzigartig ist. Ein absolutes Highlight unseres Albanien Besuches. 

Januar 2022 Albanien

Mrizi i Zanave Agroturizem / Albanien

Nachdem wir die wunderschöne Bergwelt Albaniens wieder verlassen hatten, war unser nächstes Ziel das Ressort „Mrizi i Zanave Agroturizem.“  Wir hatten uns vorher schon ein wenig schlau gemacht und so fuhren wir mit einer guten Portion Neugierde in das einzigartige Ressort dieser Art in Albanien. 

Obwohl Anfang Januar hier sicherlich keine Saison ist, waren wir einigermaßen überrascht, dass wir am Abend gerade mal für eineinhalb Stunden einen Tisch in dem wunderschön gemütlichen Restaurant bekamen. Dies sollte an diesem Abend aber nicht die einzige Überraschung sein.

Überraschung zwei: Es gab keine Speisekarte. So bekamen wir durch die Bedienung, die ein tadelloses Englisch sprach, unsere Informationen. Zunächst wurden wir aber erstmal gefragt, ob wir alles essen können und wollen. Nachdem wir das bejaht hatten, wurden wir gefragt, was wir als Hauptspeise essen wollten. Zur Auswahl standen, Lamm, Huhn, und Schwein. In welcher Form wurde nicht erläutert.

Los ging es dann mit einem rötlichen Getränk welches süßlich, herb schmeckte sowie eine Karaffe mit Wasser. Das was uns anschließend serviert wurde war die dritte große Überraschung. Die Vorspeisen schienen kein Ende zu nehmen, der Tisch stand schon voll und es wurden weitere Schüsselchen und Tellerchen gebracht. Käse, Wurst, eingelegtes Gemüse, Oliven und frisches Brot verwöhnte unseren Gaumen und füllte ganz allmählich unseren Magen. Wir aßen und aßen und bemerkten zunächst gar nicht wie sich schon mit der Vorspeise das Sättigungsgefühl meldete.

Als dann die Hauptspeise kam hatten wir große Mühe noch ein Plätzchen in unserem Magen zu finden. Letztendlich mussten wir beide auch passen und konnten beim besten Willen nicht alles aufessen. On Top wurde dann auch noch ein kleiner aber feiner Nachtisch serviert. 

Alle Speisen sowie der köstlich schmeckende Wein werden von 90 Mitarbeitern des Ressorts selbst hergestellt und vermarktet. Wir konnten am nächsten morgen die Produktionsstädte besichtigen und bekamen eine Führung durch die Käserei, den Weinkeller und die Küche in der die vielen kleinen Köstlichkeiten wie z. B eingelegte Tomaten, Zwiebeln, Oliven, Feigen und vieles mehr verarbeitet werden.

Das von drei Brüdern geführte Unternehmen ist in Albanien einzigartig und bindet die umliegenden Landwirte zusätzlich mit ein. So kann etwas größer produziert werden und im Hauseigenen Shop werden die Produkte zum Verkauf angeboten. Das Konzept geht voll und ganz auf, denn das was wir am Abend zuvor genießen konnten, wanderte sehr gerne in unseren Einkauf. 

Neben den vielen Tieren wie Gänse, Hühner, Esel, Schweine und Ziegen haben die Besitzer einen Platz für Wohnmobilisten mit Wasser und Stromanschluss zur Verfügung gestellt. 

Alles in allem, kann man von einem super Auftakt in Albanien sprechen.

  

Albanien

Wir fuhren am 2. Januar 2022 von Montenegro über die albanische Grenze. Wie bei jedem Grenzübergang informierten wir uns vorher über die aktuellen Einreisebestimmungen und da man für Albanien keinerlei Covid-Nachweise benötigt fuhren wir entspannt auf die Grenze zu. Als es dann soweit war, waren wir irgendwie doch baff. In der angeblich größten Pandemie aller Zeiten wurden lediglich unsere Pässe und die Fahrzeugpapiere angeschaut. Noch einigermaßen verdutzt kauften wir uns gleich hinter der Grenze für 22 Euro eine Sim-Karte mit 70 Gigabyte und los ging die Fahrt in das unbekannte Albanien. 

Die ersten Tage und Wochen die wir nun in diesem schönen Land unterwegs sind, haben uns mehr als überrascht. 

Wir trafen überwiegend freundliche Menschen die uns schon vom Straßenrand zugewunken haben als wir mit unserem Womo an Ihnen vorbeifuhren. Uns viel relativ schnell auf, wieviel Mercedesfahrer und Fahrerrinnen es in Albanien gibt, ein Benz nach dem anderen kreuzte unseren Weg. Und wer jetzt glaubt, dass es die alten ausrangierten, bei uns vom Markt genommenen Fahrzeuge sind, der irrt gewaltig. Ja diese Modelle finden sich natürlich auch in Albanien aber der überwiegende Teil der Fahrzeuge sind die neuesten Modelle von denen Mercedes hier der absolute Platzhirsch ist, gefolgt von Audi und VW. Außerdem lieben die Albaner ihre Jogginghosen, die sie zu jeder Gelegenheit und in allerlei Modellvarianten zur Schau tragen, was das Straßenbild im ganzen Land prägt. Ob in der Hauptstadt Tirana oder im Hinterland, Jogginghosen sind sowohl bei Männern, wie auch bei Frauen gleichermaßen beliebt. Dabei muss man sagen, es sieht kombiniert mit den modernen westlichen Outfits richtig gut aus. 

Albanien hat eine reichhaltige Natur und kann mit einigen Naturschönheiten aufwarten. Im Norden und der Mitte des Landes befinden sich die albanischen Alpen die mit Ihrem höchsten Berg dem Korab der an der Grenze zu Nordmazedonien, mit einer Höhe von 2754m aufwartet. Jetzt im Winter liegt in den Höhen überall Schnee und wenn die Sonne die Berge in ein ideales Licht bringt, gelingen die schönsten Fotoaufnahmen fast wie von selbst. Das wunderschöne Valbona Tal zählt zu einem unserer Highlights in Albanien. Leider machte uns ausgerechnet hier das Wetter einen Strich durch unsere Rechnung und wir konnten die Berge zum Teil nur erahnen. Auch die Jagd nach schönen Fotomotiven blieb uns größten Teils verwehrt. 

Vom Valbona Tal ging es direkt Richtung Meer. Hier punktet Albanien mit einer 150 Km langen Küste mit langen weißen Sandstränden, fantastischen Buchten und türkisfarbenen klarem Wasser. An manchen Stellen kommen wir uns vor, als schauten wir in ein Großes Aquarium. Das Wetter änderte seine Richtung und so wurden wir schon mit einem kleinen Frühlingsvorgeschmack am Strand belohnt. 

An einer Strandbar zu übernachten hatten wir schon einige Male, da im Winter kein Badebetrieb ist und die meisten der Restaurants geschlossen sind. Wir hatten aber dieses mal das Glück an einer geöffneten Strandbar einen Übernachtungsplatz zu bekommen und verbrachten dort drei wundervolle Tage und Nächte. 

Spartakus und seine Familien betreiben diese Bar schon seit 10 Jahren und haben uns eines Abends mit einem grandiosen Fischessen verwöhnt, welches wir bestimmt nie vergessen werden. Spartakus hat 2,5 Jahre in Deutschland gearbeitet, sodass  wir neben der herzlichen Gastfreundschaft uns auch noch super und angenehm unterhalten konnten. 

Außerdem lernten wir Ily kennen der uns am Strand aufgegabelt hat, in sein Auto packte und mit uns zu seiner kleinen Fischerhütte fuhr. Hier zeigte er uns voller Stolz seine selbstgebaute Fischfanganlage, und kredenzte uns ein einfaches aber köstliches Mal mit Oliven, Käse und Wein. 

Die Menschen in Albanien sind wirklich unheimlich gastfreundlich und da gerade Orangen und Mandarinen Zeit ist, wurden wir bei fast jeder Begegnung so reichlich mit den frischen Früchten beschenkt, dass unser Vitaminhaushalt einen waren Booster-Shot erhalten hat. 

In Albanien kann man nach unserer Erfahrung überall gut und Preiswert essen gehen. Vor allem aber die Tatsache, dass es hier keine Einschränkungen gibt, also ohne Masken und Auflagen sich frei bewegen zu können genießen wir sehr. Das was vor zwei Jahren noch völlig normal war, ist zu einem ganz besonderen Luxus geworden. 

Neben der herrlichen abwechslungsreichen Natur bietet das Land auch zahlreiche Kulturelle Orte die gut zu besichtigen sind. Klöster und Ausgrabungsstätten die bis in das 6. Jhd. vor Christi zu finden sind, entdeckt man überall im ganzen Land. Man findet Zeugnisse des Osmanischen, Byzantinischen und Römischen Reiches was angesichts der günstigen Lage Albaniens nicht verwundert. Zu unserem ersten größeren Ausflug zählt die Ausgrabungsstätte Apollonia. Hier findet man einen interessanten Mix aus verschieden Kulturen, die in einem Museum, einer Orthodoxen gut erhaltenen Kirche und einigen Gebäudeteilen aus der Zeit der Griechischen und Römischen Zeit zu bestaunen sind. 

Wir sind mittlerweile ganz im Süden von Albanien, in der wunderschönen Küstenstadt Saranda angekommen. Bis zur griechischen Insel Korfu sind es an manchen Stellen von hier aus, gerade mal 4 Km und wäre schon Badewetter und die Kondition würde es zulassen, könnte man glatt schwach werden und hinüberschwimmen. 

Die Frage, wie und wann wir unsere Reise vorsetzen werden stand angesichts der nahen Grenze im Raum. Nach einigen Überlegungen sind wir jedoch zu dem Entschluss gekommen, zunächst noch für mindesten 4 Wochen in dem Land zu bleiben in dem wir uns wie freie Menschen bewegen können. 

Da Albanien nicht zur EU gehört, haben wir auf jeden Fall für 90 Tage ein Bleiberecht und das werden wir angesichts der Tatsache, dass uns in Griechenland wieder das Corona Thema einholen wird, erst einmal nutzen. 


Januar 2022 

 

Dezember 2021  Montenegro

Montenegro

Monte > Berg, Negro > Schwarz

Das Land der schwarzen Berge in dem wir seit nun fast drei Wochen umherfahren ist so schön, dass mir die Auswahl dessen was ich schreibe nicht ganz einfach fällt. Außerdem haben wir uns entschieden noch ein Weilchen in dem schönen Fleckchen Erde zu verbringen, weshalb die Geschichte hier noch nicht zu Ende ist.

Das Land ist im europäischen Vergleich dünn besiedelt, hat es gerade mal so viele Einwohner (ca.600.000) wie die Landeshauptstadt Stuttgart in Baden-Württemberg. 

Beeindruckende Hochgebirge mit steil abfallenden Canyons, vermutet der Besucher des Landes sicher am wenigsten, obwohl die Tara-Schlucht als die tiefste Schlucht Europas gilt und nur 200m niedriger ist als der Grand Canyon in Arizona.

Die Serpentinenreiche Fahrt dorthin führte uns über den Sedlo Pass einer der höchsten Pässe in Montenegro. Die beeindruckende unberührte Natur, die schroffen Bergmassive luden uns zum Wandern und Staunen ein. Auf unserer Fahrt fanden wir in den Bergen karge Hochplateaus die den wenigen Landwirten einen mäßigen Ernteertrag bringen. Liebevoll zurechtgemachte Häuschen für den Winterurlaub, wilde Pferde und noch vieles mehr kreuzten unseren Weg.  Wir verbrachen drei Tage und Nächte im Durmitor Nationalpark und fanden den Aufenthalt großartig.

Montenegro lässt sich in drei Landschaftsräume gliedern. Zum einen findet man an der Adria steil abfallende Buchten mit glasklarem Wasser, zahlreichen Badestränden, liebevollen kleinen Altstädtchen und modernen Hotelanlagen.

Kleinere und größere Restaurants säumen die Küstenabschnitte und laden zumindest im Sommer dazu ein, sich mit landestypischen Speisen verwöhnen zu lassen.

Eines der bekanntesten Buchten ist die Bucht um die Stadt Kotor die mit ihrer einzigartigen Lage ein wirklicher Hingucker ist. Steile Berge umrahmen die fjordartige Bucht und erst der Blick von oben lässt die Verwinklungen erkennen, die die Natur einst gebaut hat. Mit vier Becken und ebenso vielen Engstellen ist sie ein Paradies für alle Arten des Wassersports . 

Durch die optimale Lage wurde schon seit der Antike die Bucht zum Handelszentrum der Seefahrer ausgebaut, was man zum Teil noch sehr schön, an den alten gut erhaltenen Gebäuden sehen kann. So mancher Pirat hatte seinen Altersruhesitz in dieser vor Orkanböen geschützten Bucht. Zahlreiche religiöse Klöster und Kirchen sind an den Ufern zu bestaunen.

Bei einem unserer Fahrradausflüge kamen wir in ein Hafengebiet, welches sich deutlich von allen anderen Häfen die wir bislang gesehen hatten abhob. Eine prunkvolle Jacht lag dicht neben einer noch größeren Jacht,  in einer nobel angelegten Hafenanlage wie man sie sicher in Nizza oder Monaco finden könnte. Wir benötigten einige Momente um überhaupt zu kapieren was da vor uns lag. Hier treffen sich also die Reichen und Schönen während der Durchschnittsverdienst eines Einheimischen zwischen 400 und 600 Euro im Monat beträgt.

Wie konnte das sein? Antworten fanden wir natürlich bei Google!! Der Hafen „Montenegro“ in der Bucht von Kotor ist ein Freihandelshafen. Steuerfreier Handel ist dort uneingeschränkt möglich. Kein Wunder also, dass sich dort die Reichen und Schönen zusammenfinden und auch unter sich bleiben wollen und auch werden. Selbst eine eigene Schule für den Nachwuchs ist eigens für die „elitären Kinder“ eingerichtet.

Uns würde es nicht wundern, wenn ein Pfizer oder Biontech Chef hier seine Scheinchen zählt.

Eine weiterer Landschaftsraum sind die Canyons die Montenegro im Norden teilen. Zur höchsten Erhebung zählt der Bobotov Kuk (2522m), da die Gipfel des Zla Kolata (2534m) und des Maja Rosits (2528m)  bereits die Grenze zu Albanien bilden.

Wir hatten im November glück mit dem Wetter denn im Montenegro regnet es im Winter sehr häufig und auch mal zwei Tage am Stück. Dabei weht ein heftiger Wind, sodass sich nicht immer die Aktivitäten ins Freie legen lassen.

Aber wir haben Zeit, viel Zeit und da es uns in Montenegro so gut gefällt, die Menschen sehr entspannt sind und wir uns frei bewegen können, bleiben wir noch bis nach Weihnachten!              Wir können hier nach unseren Bedürfnissen entscheiden, niemand steht uns im Weg, niemand bestimmt über unser Leben außer wir selbst. 

Die Gegenwärtigkeit ist der Schlüssel zur Freiheit!!!
Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver vgl S.81 

November 2021    Kroatien / Bosnien u. Herzegowina / Montenegro

Kroatien

Insgesamt waren wir drei Wochen in Kroatien und bereisten in einer ungewöhnlichen Jahreszeit

 (Oktober/November) dieses wundervolle Land.

Überwiegend fuhren wir die traumhafte Küstenstraße entlang, die mit ihrem kristallklaren Wasser und traumhaften Stränden zum Anhalten und verweilen einlud. Genauso unternahmen wir, immer wieder Abstecher in das Landesinnere, was sich als ebenso lohnenswert herausstellte.

Da wir keinen Reiseführer schreiben wollen, die Leser nicht mit zu vielen Details überladen möchten, fällt die Auswahl der zu näher beschreibenden Highlights schwerer als gedacht.

So stellen wir Euch die kleine Perle Trogir etwas näher vor, was gleichzeitig als Besuchertip von unserer Seite zu empfehlen ist.

Das kleine Städtchen Trogir ist 27 km von Split entfernt und liegt auf einer kleinen Insel, die mit Brücken zum Festland verbunden ist.

Die Gebäude sind überwiegend aus hellen Natursteinen erbaut, zu unterschiedlichen Epochen, so dass der Besucher eine Mischung verschiedener Baustile erlebt. Überwiegend und bestens erhalten findet man Zeugnisse der Renaissance, dem Barock und der Romantik.

Die Gebäude passen sich elegant in die schmalen Gassen und Plätze der Stadt ein, wodurch eine entspannte Atmosphäre zum Genießen, bummeln und Verweilen einlädt.

Zu einem unserer persönlichen Highlights, gehörte der Besuch des Fischmarktes in Trogir. An der Dalmatischen Küste vorbeizufahren, ohne einen Fisch zu essen, wäre für uns undenkbar.

Da wir gerne zu Hause essen und auch gerne landestypische Speisen kochen und essen, machten wir uns früh morgens auf den Weg, um die fangfrische Beute der Fischer zu begutachten. Außerdem waren wir fest entschlossen uns selbst eine Angel zu kaufen. 

Wo geht der Schüler hin, wenn er was lernen will? Zu einem guten Lehrer natürlich!

Also schauten wir uns, nachdem wir uns für 2 Doraden, zwei Seehechte und 10 Sardinen entschieden hatten, das Ausnehmen der Gesellen genauer an.

Nach dem Motto „learning by doing“ hatte ich das Glück, selbst handanlegen zu dürfen, so dass sich das neu erlernte Fachwissen im Hippocampus verankern konnte.

Später hatten wir noch die Gelegenheit Fischern beim Angeln über die Schulter zu schauen, wodurch sich unsere Angel und Wurftechnik zum positiven veränderte.

Dalmatien unterteilt sich in Nord, mittel und Süd Dalmatien und reicht bis nach Montenegro, welches unser nächstes Ziel ist.

Die bekanntesten Städte sind Zadar, Split und Dubrovnik.

Die Meeresorgel in Zadar ist ein Bauwerk, dass jährlich unzählige Besucher anzieht und zu einem unserer Highligts wurde. Je nach Wellengang erzeugt das Bauwerk Töne an der Uferpromenade in denen das Wasser durch Öffnungen hineingespült wird. Dabei werden Töne erzeugt die ein außergewöhnliches Klangerlebnis bieten.

Die Hafenstadt Split ist ein historisches Meisterwerk und wurde 1979 schon zum UNESCO -Weltkulturerbe ernannt.

Uns beeindruckte vor allem die 1700 Jahre alte Geschichte, mit sehr gut erhaltenen Bauwerken innerhalb der Altstadt. 

Weniger gut hat uns das Neue moderne Split gefallen. Es steht im krassen Gegensatz zu der gemütlichen Altstadt. 

170.000 Menschen müssen zweifelsohne irgendwohin und Städte bestehen aus vielen Wohnanlangen, aber der Anblick war beim Einfahren zumindest für uns schon sehr abstoßend. Zumal sich unsere Augen schnell an der zuvor erlebten wunderschönen Natur erfreuten. 

Dubrovnik

Wenn wir darüber nachdenken, was uns an Dubrovnik am besten gefallen hat, dann war es zweifelsohne der Blick von oben auf die Altstadt.

Der Mauerring rund um die Altstadt zählt zu den besterhaltenen Festungsanlagen in Europa, welchen man auch zu Fuß gegen Gebühr begehen kann.

Da das Parken in und um die Altstadt schier unmöglich oder extrem teuer ist, waren wir froh unsere Räder mit an Bord zu haben.

Etwa 3 km von der Stadt entfernt, etwas oberhalb fanden wir einen geeigneten Platz, von dem wir zunächst mit unseren Rädern und zu Fuß (das Gelände war nicht fahrtauglich) in die Altstadt gelangen konnten.

Dubrovnik verfügt über ein großes Freilichttheater und ehe wir uns versahen standen wir mitten auf der Bühne. Zum Glück ohne Publikum.

Die drei Stadttore sind alle mit einer Kettenbrücke verbunden die bei Angriffen und all abendlich hochgezogen wurde um die Bevölkerung zu beschützen.

Auf dem westlichen Tor dem Pile-Tor steht die Aufschrift

 „NON BENE PRO TOTO LIBERTRAS VENDITUR AURUO“ 
(Die Freiheit wird nicht für alles Gold der Welt verkauft)

Angesichts der momentanen, weltweiten, vorherrschenden Situation wird uns bewusst, dass es seit jeher den meisten Menschen immer nur um Macht und Geld ging und immer noch geht. 

Leider wird der Mensch von seinem Verstand in diese Lage getrieben. Leider fehlt das Bewusstsein  unserer Spezies bis heute fast vollständig. 

Bewusstsein ist das Gegenteil vom Verstand, der als besten Freund das menschliche Ego innehat. Die beiden schaffen es schon seit tausenden von Jahren, uns von unserem Sein zu trennen mit leider fatalen Folgen.

Erstmalig wurde der Bau der Festung 1301 erwähnt. Vermutlich liegt der Ursprung des Baubeginns aber deutlich früher.

Die Zahlreichen historischen Gebäude innerhalb der Stadt zu beschreiben, käme wieder einem Reiseführer gleich, was ja bereits bekannt , von unserer Seite nicht gewollt ist. 

In der Galerie findet Ihr die schönsten Bilder dazu. 

Auffällig war, dass mitte November die Stadt überwiegend von Einheimischen besucht wurde und sich nur wenige Turis in der Stadt aufhielten. Des Weiteren möchten wir erwähnen, dass die Stadt sehr sauber und gepflegt ist.

Diese Tatsachen, machte für uns den Stadtrundgang in der autofreien Altstadt, zu einem entspannten Erlebnis.

Alles in allem können wir sagen, dass sich das Land Kroatien als Gesamtpakt positiv erwiesen hat, bei dem sowohl Strandurlaub, Sightseeing, Wandern, Radeln, Klettern und Angeln möglich ist. Gutes Essen und kristallklares Wasser beeindruckte uns sehr. 

Wir können das Land auf Jeden Fall weiterempfehlen auch deshalb, da uns die Freundlichkeit der Kroaten sehr angenehm aufgefallen ist und somit im Gedächtnis bleiben wird.


Krka Nationalpark

109 km² groß ist das Flussgebiet von Krka, das wir im November 2021 besuchten, wurde 1985 zum Nationalpark erklärt.

Das Gebiet welches man zu Fuß, mit dem Auto, Fahrrad oder mit dem Schiff besuchen kann, ist ein Erlebnis für alle Sinne und beeindruckt Besucher jeder Altersklasse. 

Sieben Wasserfälle, zwei sakrale Gebäude, zahlreiche Mühlen und Zeugnisse längst vergangener Kulturen zogen uns und sicher auch jeden anderen Besucher des Parks in seinen Bann.

Die Pflanzen und Tierarten sind reichhaltig, so dass man innerhalb des Parks über 1100 verschiedene Pflanzenarten entdecken kann.

Nicht nur die Römer nutzten die hervorragende Lage des Parks, weshalb man die Ausgrabungsstätte Burnum, mit seinem einstigen Militärlager heute noch besichtigen kann.

Alte Mühlen und ein Wasserkraftwerk welches die Region schon sehr früh mit elektrischem Licht versorgen konnte, warten ebenfalls darauf entdeckt zu werden.

Die kleine Insel Visovac zählt mit seiner Natur und Kulturschätzen zu dem wichtigsten Highlight im Park und ganz Kroatiens.

Der Nationalpark Krka ist das ganze Jahr über geöffnet, und mit seinen günstigen Eintrittspreisen von umgerechnet 4 Euro pro Person empfehlen wir einen Besuch gerne weiter. 

Kaum vorstellbar, dass in den 90 Jahren auf den Straßen rund um den Park die Panzer rollten und großes Leid über die Bevölkerung brachte. Zahlreiche Häuserruinen und Bunker erinnern heute noch an die schrecklichen Ereignisse.

Oktober 2021 / ca. 2200 Km

Oktober 2021   Deutschland / Tschechien / Slowakei / Ungarn / Kroatien

Ungarn / Budapest 

Da Martin und ich beide keine Stadtmenschen sind, dachten wir, uns Budapest an einem, maximal an zweit Tagen anzuschauen. Schnell entdeckten wir, dass die Stadt an der Donau viel zu bieten hat und so blieben wir vom 20. bis 23.10 2021 in der ungarischen Hauptstadt förmlich hängen. Unsere Möglichkeiten des freien Reisens, lässt uns eben auch die Besonderheit offen zu bleiben. 

Neben den vielen Klassikern an Sehenswürdigkeiten die auf jeder Postkarte zu finden sind, bietet diese mit 1,5 Mio. Einwohner zählende Metropole noch weitere unendlichen Möglichkeiten. 

Mit unseren Fahrrädern erkundeten wir auf sehr gut ausgebauten Radwegen zunächst einmal die Highlights. Das Parlament welches durch seine außergewöhnliche Architektur sofort alle Blicke auf sich zieht, befindet sich in bester Gesellschaft mit der berühmten Kettenbrücke (zur Zeit wegen Renovierung leider verhüllt) dem königliche Palast, der Fischerbastei mit der Matthiaskirche, die Dohany Synagoge, die große Markthalle, St. Stephans-Basilika dem Heldenplatz und zu guter Letzt dem Haus des Terrors dem ich in diesem Bericht meine Größte Aufmerksamkeit widmen möchte. 

Das zunächst unscheinbare graue Haus begegnete uns zufällig, wobei ich der Überzeugung bin, dass es Zufälle im klassischen Sinn gar nicht gibt. Wären unsere Seelen nicht auf Empfang eingestellt, wären wir sicher vorbeigefahren. 

Zunächst blieb unser Blick an einer riesigen, rostigen Kettenwand hängen (siehe Bildergalerie Budapest) beim anschließenden Rundumblick nahmen wir an der Fassade des Hauses, angebrachte kleine ovale Bildchen war. Neugierig betrachteten wir die schwarz-weißen Portraits. 

Jedes der Bildchen wurde mit Namen und dem Datum des Todes versehen. Alle abgebildeten Personen starben zwischen 1956 und 1958. 

In unseren Köpfen wuchsen einige Fragezeichen, auch weil eine Schulklasse samt Lehrerin vor dem Eingang gespannt warteten. 

Nachdem wir uns noch an diesem Abend schlau gemacht hatten, war schnell klar, dass wir uns dieses besondere Haus am nächsten Tag von innen anschauen wollten. 

Als das Haus 1880 von einer jüdischen Familie erbaut wurde, konnte weder die Familie noch das Haus erahnen, was sich Jahrzehnte später darin für dramatische Szenen abspielen werden. 

Ende der 30 Jahre viel das gesamte Gebäude zunächst in die Hände der Nationalsozialisten beziehungsweise der Pfeilkreuzlerpartei und wurde als „das Haus der Treue“ bezeichnet. Die Partei war aufgrund ihrer politischen Ausrichtung bei den Nazis hoch angesehen, weshalb eine Zusammenarbeit der beiden Parteien erfolgte. 

Tatsächlich wurde das Haus zu einem Foltergefängnis umgebaut, für Menschen die nicht in das Konzept der Nazis passten. Zu den Zellen und Folterkammern gelangt man mit einem, sich ganz langsam nach unten fahrendem Fahrstuhl. Die Enge und vor allem der Blick in den schwarzen Untergrund lässt einem nichts Gutes erahnen. 

Zu was Menschen fähig sind, erfährt man sogleich nach dem Verlassen des Fahrstuhls auf Schritt und Tritt. 

Die Männer und Frauen wurden auf unmenschliche Art und Weise behandelt, Sie durften sich nicht waschen, hatten keine Toilette und bekamen, wenn überhaupt eine Tasse Bohnen und 150 g Brot am Tag. 

 

Oft aber mussten die Gefangenen ohne zu Essen und zu Trinken Zwangsarbeiten erledigen, um weitere Tunnel, Verliese und Folterkammern zu bauen. Viele von Ihnen haben nie mehr das Tageslicht gesehen. 

Als die Nazis, nach dem verloren Krieg Ungarn den Rücken kehrten und das Haus verließen, dauerte es nicht lange und die Kommunisten zogen mit all Ihrem Schrecken, Intrigen und ausgeklügelten Plänen in die Gemäuer ein. 

Nun traf es vor allem die ungarischen Bauern, denen man all Ihr Hab und Gut wegnahm um es der großen Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. 

Auch den Kirchenführern und Pfarrern ging es unter den Kommunisten schlecht. Das zugeteilte Geld reichte nicht zum Leben und so gaben schließlich viele Würdenträger auf und ergaben sich dem Regime. 

Diejenigen die Standhaft geblieben sind so zum Beispiel auch ein Gymnasiumlehrer mit seiner Abiturs Klassen wurden eingesperrt, einige der Jungen und Mädchen an Ort und Stelle erschossen. 

Viele Menschen starben auch gänzlich ohne Identität irgendwo in den Weiten Ungarns, weshalb einer der 16 Ausstellungsräume mit Kreuzen und Lichtern bestückt ist, um den armen Seelen ihre Würde zurückzugeben. 

Die anderen Ausstellungsräume teilen sich auf drei Stockwerke auf. Den Gestaltern des Museums ist es erfolgreich gelungen die beiden Regime gegenüberzustellen. 

Schon beim Betreten des Hauses fällt der Blick auf einen sowjetischer Panzer mit seinem Kanonenrohr, welches in Richtung Eingang gerichtet ist. Alle Räume sind bestens ausgestattet mit altem Filmdokumentationen, Berichten von Zeitzeugen, und mühevoll zusammengetragenen Gegenständen jener Zeit. 

Wir tauchten also ein in die Vergangenheit und spürten innerhalb des 2-stündigen Aufenthaltes die drohende Gegenwart. 

Ich Zitiere erneut aus dem Buch von Eckhart Tolle „Jetzt“ 

„Es geht nicht um Schuld. Aber solange du vom Ego-Verstand bestimmt wirst, bist du Teil des kollektiven Wahnsinns".  

Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver siehe S.135) 

Vielleicht hast du noch nicht sehr tief in den Zustand der Menschen hineingeschaut. 

Öffne deine Augen und sie die Angst, die Verzweiflung, die Gier und die Gewalt, die alles beherrschend sind. 

Sieh die abscheuliche Grausamkeit und das unvorstellbare Leiden, das die Menschen sich zugefügt haben und immer noch gegenseitig zufügen. 

Das ist Wahnsinn!!! Versuche deinen eigenen Verstand zu beobachten und suche dann nach der Wurzel. (Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver siehe S.135)

Die Wurzel ist in jedem von uns und jeder Mensch hat Chance sie zu entdecken damit sie sich auf fruchtbarem Boden ausbreiten kann. 

Nachtrag: Die Schuhe am Donauufer (siehe Bildergalerie Budapest) erinnern an die Massenerschießungen von ungarischen Juden während der faschistischen Pfeilkreutzler-Diktatur im zweiten Weltkrieg

                                                                                                        

 

Ungarn 

"Alles was entsteht, vergeht auch wieder!
Ein buddhistischer Mönch sagte: Ich habe gelernt, dem was ist keinen Widerstand entgegenzusetzten. Ich habe gelernt den gegenwärtigen Moment zuzulassen und die vergängliche Natur aller Dinge und Umstände anzunehmen. So habe ich Frieden gefunden." (Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver ,vgl. S.221)
 

Beim Reisen ohne bestimmte Ziele, nie zu wissen was einem als nächstes erwartet, lässt sich erahnen, was der Mönch damit gemeint hat. Es ist ein Zustand der Mühelosigkeit, Neugierde und Leichtigkeit, da nichts davon abhängt, dass alles auf eine bestimmte Art und Weise abläuft. 
Beim Suchen nach geeigneten Standplätzen lässt man sich treiben und entdeckt, nachdem alle Erwartungen losgelassen wurden besondere Momente… 
Uns führte der erwartungslose, durchaus spannende Weg auf eine Halbinsel der Donau, wo wir nun schon die zweite Nacht verbringen. 
Neben uns übernachtet ein ungarisches Pärchen welches mit Ihren zwei Hunden und einem handzahmen Eichhörnchen uns freundlich begrüßte (siehe unter Begegnungen). Von den Beiden erfuhren wir, dass es völlig unbedenklich ist hier zu übernachten und Ausflüge mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu unternehmen. 
Eine nahegelegene kleine Fähre, schipperte uns mitsamt unseren Fahrrädern am gestrigen Montag ins Gegenüberliegende Städtchen „Vic“ um zunächst einige Besorgungen zu machen.
 Da die Radwege an der Donau sehr gut ausgebaut sind, genossen wir einen wunderschönen Nachmittag bei herrlichem Wetter mit schönen Ausblicken.

Bratislava                                                                                                                                                        

Wer kennt schon Bratislava?  Wir wussten, dass diese Stadt existiert, aber mehr auch nicht.

Umso überraschter waren wir, als wir unseren Stadtrundgang heute Mittag am 15.10.2021 begingen.

Einige Infos verschafften wir uns am Abend zuvor über das Internet, welches wir über unseren eingebauten W-LAN Catcher (Bericht folgt unter Womo & Ausstattung) gut recherchieren konnten.

Die Stadt selbst zu entdecken und zu erleben ist nicht vergleichbar mit dem virtuellen Medium.

Nichts erwarten, sondern einfach treiben lassen war unser Motto. Und so überquerten wir eine der Donaubrücken in die nahe gelegene Altstadt. Bald tauchten wir in einen belebten Häusermix aus prunkvollen alten Gebäuden und modernen Cafe´s und Bars ein, welche hervorragend integriert wurden ein. Die gesamte Atmosphäre nahm uns mehr und mehr in Besitz, so dass wir nicht bemerkten wie die Zeit verflog. Bei bestem Wetter besichtigten wir die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Plätzen und die Burg Bratislavsky Hrad, welche das Wahrzeichen der Hauptstadt darstellt. Die Stadt liegt 70 Km von Wien und 200 Km von Budapest entfernt.

Wir finden, sie hat den Sprung nach Europa geschafft (ob das gut ist oder nicht, sei dahingestellt…) dabei ist es gelungen den Flair der einstigen Donaumetropole zu erhalten. Positiv zu erwähnen ist unser kostenloser Wohnmobilübernachtungsplatz an der Donau, von dem wir einen wunderschönen Blick auf die Stadt hatten.

Znaim / tschechisch Znojmo

Zu unser Besuch am 12.10.2021 in der tschechischen Stadt Znojmo, die zu den ältesten Sitzen der Böhmisch/ Mährischen Länder gehört gibt es viel zu entdecken und zu berichten. 

Auf Schritt und Tritt begegnete uns die Historie der Stadt, die schon bereits im 11. Jh. besiedelt war.

Wie im vorherigen Bericht erwähnt, ist die die Stadt Znaim die Geburtsstadt meines Opas und daher für mich von besonderer Bedeutung. Ich erinnere mich noch wie er mir, als ich ein kleines Mädchen war, von den damaligen Ereignissen oft mit Tränen in den Augen Berichtete. In meiner Erinnerung lebt besonders der Satz: "Madle, du glaubst nicht was die Leit damals mitgmacht hom!"
Die schrecklichen Ereignisse vor, während und nach dem 2. Weltkrieg haben sich tief in sein Seelenleben gebrannt...

Des weiteren konnte ich mich an die berühmten „Znaimer Gurken“ erinnern die wir allerdings vergeblich suchten. Der einstige Gurkenglanz ist wohl dem Weinanbau und seit 2015 auch wieder der Brauerei Kunst gewichen. Ich vermute, dass sich das Gurken Geschäft nicht annähernd so lukrativ auswirkt, wie der Weinanbau und das Brauen des Gerstensaftes.

Wir hatten uns jedenfalls an dem Abend vorgenommen, die heimische Gastronomie zu unterstützen und suchten nach einem passenden Angebot. In einer kleinen Seitengasse fanden wir ein gemütlich, anmutendes Lokal welches darauf wartete von uns „besetz“ zu werden. 

Die einzige Hürde die wir zu nehmen hatten, war die Sprache und dabei blieb es dann auch!!

Als äußerst angenehm empfanden wir, ohne vorgaben Essen gehen zu können. Keiner der Angestellten, sowie der Gäste trugen eine Maske. Niemand wollte von uns eine Adresse, geschweige denn einen Nachweis über unseren Gesundheitszustand.

Es schien als würde es Corona nicht geben. Wir spürten schnell, was wir zu Hause so schmerzlich seit fast zwei Jahren vermissen.

Die Böhmischen Knödel, das Bier und der Wein schmeckten sehr, sehr lecker und so wackelten wir zufrieden und mit vollem Bauch zu unserem Womo zurück.

Krumau / Cseky Krumlov 

Die historische Altstadt von Krumau/ tschechisch Krumlov besuchten wir am 10.10 2021.
Die Stadt die in Südböhmen liegt, hat eine lange Geschichte und konnte 1910 eine Einwohnerzahl von 8662 vermelden. Davon waren 7367 deutsch und 1295 tschechisch sprachig.

Am 29.10.1918 einen Tag nach der Gründung der Tschechoslowakei kam es durch diesen Umstand zu immer mehr Spannungen zwischen den beiden Bevölkerungsteilen, was schließlich am 28.November dazu führte, dass Krumau von der tschechischen Armee besetzt wurde.

1938 gehörte die Stadt zum Reichsgau Oberdonau und bis 1945 wurde die Mehrheit der deutsch- böhmischen Bevölkerung vertrieben.

Viele fanden ihr neues Zuhause in Österreich und in Deutschland.

1948 wurden der Grundbesitz und das Schloss der Familie Schwarzenberg verstaatlicht.

Nach der politischen Wende 1989 wurde das Stadtzentrum zum Kulturdenkmal erklärt und 1992 in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommen.

Heute ist Krumlov ein touristischer Anziehungspunkt, wo sich die Moldau wie ein Gürtel um das Stadtzentrum schmiegt und bei Freunden des Kanusports sehr beliebt ist. Martin hat mit seinen Söhnen vor ein paar Jahren eine mehrtägige Kanutour auf der Moldau gemacht und dabei auch Krumlov besucht. Er schwärmt heute noch von dem Abenteuer mit Fabian und Tim! 

Mich persönlich interessiert die Geschichte über Böhmen und Mähren besonders, da mein Opa hier in der Region geboren wurde und mir viele Geschichten über seine Heimatstadt Znaim, welche wir morgen besuchen werden erzählte.

Die Leichtigkeit hält weiter an 

 Am 8.10.2021 fuhren wir ohne jegliche Kontrolle  mit unserem Womo bei Freyung über die tschechische Grenze wo wir bald das obere, westliche Ufer des Lipno Stausees erreichten. Dieser liegt wunderschön eingebettet im Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Böhmerwald.

Das Wetter zeigte sich von seiner herbstlich, schönsten Seite so dass wir, nachdem sich der Morgennebel verzogen hatte, wunderschöne Tage rund um den See verbrachten. 

Mit unseren E- Bikes, aber auch zu Fuß entdeckten wir eine herrliche Natur. 

Eines der Highlights war der Aufstieg zu den Baumwipfeln des Böhmerwaldes. Der Baumwipfelpfad in der Gemeinde Lipno liegt auf dem Hügel Kramolin in über 900 Metern Seehöhe.

Über einen gut angelegten, mit Attraktionen bestückten Holzpfad erreicht man das Ende des Turmes der einen gigantischen Rundumblick bereithielt. Bei klarer Sicht sind die Alpen gut erkennbar.

Die Frage, welche Schritte unsere nächsten sind, hängt von wenigen Faktoren ab . Und so nimmt die Zwanglosigkeit weiter den größten Teil unseres Reisens ein.

Die einzige Frage, die uns momentan zu Handlungen antreibt, ist die Frage nach Frischwasser welches wir etwa alle 3-4 Tage benötigen, sowie das Wetter was uns bislang nur Sonnenstunden beschert hat. 

Mit großer Dankbarkeit setzen wir unsere Reise nach Krumau (Krumlov) an der Moldau fort

 

Leichtigkeit                                          

"Frage dich in jedem Moment, ist Freude und Leichtigkeit in dem was du tust?
Wenn nicht , dann verdeckt Zeit den gegenwärtigen Moment und das Leben wird als Last oder Kampf wahrgenommen." (Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver siehe S.87)

Wir sind erst einige Stunden (65) unterwegs, und schon stellt sich eine Leichtigkeit in besonderer Weise ein.
Im Augenblick sind wir noch ein paar Tage bei meiner Tochter in Heidelberg und verbringen intensive Stunden mit Ihr und Ihren Freunden. Zu wissen, sie hat ein gutes Netzwerk ist vor allem für mich sehr beruhigend.
"Sorge dich nicht um die Früchte deiner Handlungen-gib einfach der Handling selber Beachtung. Die Früchte werden von selber kommen."  

Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver siehe S.88) 


"Wenn du aufhörst, zwanghaft vom jetzt wegzustreben, dann ergibt sich die Freude des Seins in allem was du tust."( Tolle Eckhart, Jetzt!. Die Kraft der Gegenwart .14.Auflage, Vancouver siehe S.87) 


Ich glaube darin liegt das Besondere unseres Reisens! 
Man ist nicht mehr abhängig von der Erfüllung oder Befriedigung in der Zukunft. Man sucht nicht, man ist an dem Ort an dem man präsent ist.
Dies im Alltäglichen umzusetzen ist auch für nicht Reisende empfehlenswert, wenngleich mir bewusst ist wie schwierig es ist.
Unser Ego übernimmt doch häufig die Führung und sich immer wieder in den gegenwärtigen Moment zu bringen erfordert, zugegebener Maßen etwas Übung.

Natürlich werden wir Ziele (Reiseziele) anstreben, denn das setzt unsere Handlungen in Gang.
Aber die illusorischen Erwartungen, dass irgend etwas in Zukunft mich/uns glücklich macht sind nicht vorhanden.
Frei von Zeit, sind Angst, Unzufriedenheit, Wut oder das Bedürfnis nach Anerkennung bedeutungslos.
Das Gefühl zu versagen bleibt auf der "Strecke" und dennoch ist unser Alltag geprägt von vielen Taten.
So lange man frei ist von äußeren und inneren Zwängen, hängt das Glück auch von unvorhergesehenen Geschehnissen nicht ab. 
So entsteht ein tiefes Bewusstsein für das "Hier" und "Jetzt."